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Provinzen

Provinz Dajabon

Provinz DajabonDie Provinz Dajabon im Nordwesten der Dominikanischen Republik entstand im Jahre 1938 durch eine Trennung von der Provinz Monte Cristi.

Bis zum Tod von Diktator Rafael Leonidas Trullio Molina trug sie den Namen Libertador, 1961 erfolgte die Umbennung zu Dajabon. Der Name kommt noch aus dem Sprachgut der Tainos (Dahaboon), so nannte man den Fluss der Region (Rio Dajabon) der auch unter dem Beinamen Rio Masacre bekannt geworden ist.

Die Provinz Dajabon hat vier Gemeinden:Dajabon (gleichnamige Provinzhauptstadt), Loma de Cabrera, Restauracion, El Pino undPartido. Hinzu kommen drei Bezirke: Canongo, Manuel Bueno und Capotillo.

 

Die Bewohner der Provinz nennen sich Dajabonenser. Im Nationalen Kongress der Dominikanischen Republik stellt die Provinz 1 Senatoren und 2 Abgeordnete.

Demografie:

In der Provinz lebten laut statistischen Angaben des Jahres 2002 insgesamt 62.046 Bewohner, was bei der Gesamtflaeche von 1.020 qkm eine BevoelkerungsdichteHispaniola.eu Hispaniola.euvon 60,8 Bewohnern / qkm ergibt. In der Provinz leben die meisten Menschen auf dem Land, die Gemeinden zaehlen in ihrer Gemeinschaft weniger Einwohner. Insgesamt teilen sich die Bewohner wie folgt auf (Gesamteinwohner / staedtisch / laendlich): Dajabon (25.685 / 16.328 / 9.357), El Pino (6.620 / 1.588 / 5.032), Loma de Cabrera (15.271 / 6.938 / 8.333), Partido (7.562 / 2.252 / 5.308), Restauracion (6.908 / 2.110 / 4.798). Insgesamt leben 29.218 Buerger der Provinz "staedtisch", wobei man eher von kleineren Doerfern sprechen sollte. Laendlich leben 32.828 Personen.

Betrachtet man die Zahlen aus dem Jahr 2000, so gab es damals noch 78.045 Bewohner in der Provinz was einer Bevoelkerungsdichte von 76,4/qkm entsprach. Die ueberwiegend von der Landwirtschaft lebende Bevoelkerung Region ist eher aermlich, was zu einer grossen Stadtflucht fuehrt. Die Jugend wandert ab und sucht ihr Glueck in den Staedten des Landes, die allesamt einen starken Zulauf verzeichnen (neue Zahlen der letzten Volkszaehlung werden im Herbst 2011 erwartet).

Geografie:

Die Provinz Dajabon grenzt im Norden an die Provinz Monte Cristi, im Osten an die Provinz Santiago Rodriguez und im Sueden an die Provinz Elias Pina und dieGebirgskette der Zentralkordillieren. Im Westen von Dajabon liegt Haiti. Die Provinzhauptstadt hat die Koordinaten 19°34′0″N 71°42′36″W und den Provinzcode DO-05. Dajabon (Stadt) liegt 35 Meter ueber dem Meeresspiegel und die Provinz hat eine Gesamtflaeche von 1.020,763 qkm. Im Sueden gebirgig durch die Cordillera Central, flacht es im Norden ab, wo die Landschaft durch grosse Savannen gepraegt ist.

Der wichtigste Fluss ist der Rio Dajabon mit den Beinamen massacre (franzoesisch) odermasacre (spanisch). Der Fluss durchfliesst Dajabon und trennt dieHispaniola.eu Dominikanische Republik von Haiti. Auf der anderen Uferseite liegt die haitianische Schwesterstadt Ouanaminthe. Weitere Fluesse der Provinz:Chacuey, Aminilla, Libón, Neita, Tahuike, Guayabo, Jacuba, Macaboncito, El Estudio. Einige Fluesse fliessen in den Rio Artebonito(an diesem Fluss brach im Oktober 2010 die Choleraepidemie in Haiti aus), andere werden gestaut. Mit den kleinen Stauseen schafft man Wasserreserven fuer die Bewaesserung der landwirtschaftlichen Flaechen. Wichtige Staubecken sind Clavellina, cabeza de caballo, Don Miguel und Chacuey.Der Kanal Juan Calvo wurde unter Trujillo in den 40er Jahren erbaut und ist noch heute wichtig fuer die Bewaesserung der Reisfelder.

Das Klima ist tropisch und die meiste Zeit des Jahres ist es heiss, lediglich in den Hoehen der Gebirge im Sueden ist es etwas kuehler. Dajabon bildet den nordwestlichen Teil der Cibao-Region. Restauracion ist der drittgroesste Ort der Provinz Dajabon. Hier beginnt die Grenzstrasse zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik. An weiten Teilen geht es entlang des Flusses Artebonito bis hinueber nach Comendador, Provinz Elias Pina. Die Strasse geht ueber haitianisches Territorium und an der Strasse entlang gibt es zahlreiche dominikanische Wachposten die die Grenze zu Haiti absichern sollen.

Wirtschaft:

Wie in allen Grenzprovinzen der Dominikanischen Republik gibt es nur eine geringeWirtschaftsentwicklung. Fuer Dajabon ist vor allem der Grenzhandel mit Haiti wichtig.Hispaniola.eu An jedem Montag und Freitag finden die binationalen Maerkte statt, dann haben Haitianer die Moeglichkeit die Grenze zu ueberschreiten und auf dem Markt ihre Waren anzubieten. Hauptsaechlich sind dies gebrauchte Kleidung und Schuhe, Haushaltsgeraete und einige andere Produkte aus Haiti, wie Rum.

Dominikanische Haendler bieten ihrerseits die landwirtschaftlichen Erzeugnisse zum Verkauf, dies sind hauptsaechlich Reis, Bohnen, Erbsen, Fruechte, Platanos, Kaffee. Ein wichtiger wirtschaftlicher Zweig ist die Viehwirtschaft, Rinderzucht vor allem. Die Sorten Holsteiner, braune Schweizer und Yersey findet man in Dajabon besonders haeufig. Die ansaessige Milchwirtschaft und Rinderzucht hat jedoch 2011 grosse Verluste hinnehmen muessen. Hunderte von Tieren verdursteten aufgrund der lang anhaltenden Trockenperiode in diesem Jahr.

Im Sueden der Provinz gibt es schoene Landschaften mit reichem Baumbestand, vornehmlich Koniferen, Eichen, Mahagoni und Guayacan. Der Handel auf dem binationalen Markt nahm in den letzten Jahren immer mehr zu, momentan ist aus diesem Grund eine komplette Neugestaltung der Marktplaetze geplant, der vor allem die

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 Zufahrten fuer die Haendler vereinfachen soll. Bisher wird die meiste Ware auf Schubkarren und grossen Holzkarren zum Markt gefahren. Nach dem Erdbeben in Haiti nahm der Grenzhandel weiter zu, Haiti hat sich mittlerweile zum Exportpartner Nr.1 fuer die Dominikanische Republik entwickelt.

Ueber die Grenzbruecke wird neben Lebensmitteln vor allem Baumaterial nach Haiti transportiert. Der steigende Handel hatte zur Folge, dass sich in dem einst vertraeumten Grenzdorf Filialen von Banco de Reservas, Banco Popular, Scotiabank und der Banco Agricula niedergelassen haben. Ebenso gibt es Niederlassungen der Genossenschaften San Martin de Porres, la Global, la Momon bueno, Norestana de Ahorros y prestamos.

Einige Gemeinden haben eine kleine Industrie wo Tapiokafladen (Casabe) hergestellt werden, wie z.B. in Montegrande, Clavellina und Seyba de Loma de Carbrera. In Sabana larga, Colonia Japonesa und Palo Blanco gibt es kleine Kaeseproduktionen (queso de hoja und queso geo unter anderem). Dajabon hat einen Wachstum zu registrieren, entsprechend nehmen die Anzahl von Einzelhandelsgeschaeften zu. Die Provinzhauptstadt verfuegt ueber einen kleinen nationalen Flughafen, dieser kann jedoch nur kleinere Flugzeuge fuer den Inlandsverkehr und dem Grenzverkehr mit Haiti abfertigen.

Video zum "El Salto"

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Tourismus:

Tourismus ist in dieser Region nicht entwickelt. Es befinden sich einige Agro-Tourismusprojekte in Planung. Der Rio Dajabon, der den Loma de Cabrera durchschneidet, bildet hier einen beruehmten Wasserfall, genannt "Balneario El Salto". Vornehmlich lokale Einwohner kommen hierher zum Baden, auch einige andere Dominikaner aus angrenzenden Gemeinden.

Persoenlichkeiten:Hispaniola.eu

"El Mayimbe" Fernando Villalona (der beruehmteste Merenguero der Dominikanischen Republik),

Rafael Furcal (beruehmter Baseballspieler, spaeter bei den LA Dodgers in der obersten Baseballliga der USA)

Geschichte:

Die Gruendung der Stadt Dajabon geht auf die Jahre 1771 und 1776 zurueck, doch schon kurz nach dem Unabhaengigkeitskrieg wurde sie wieder verlassen. Einige Quellen geben eine Gruendung der Stadt Dajabon bereits im Jahr 1704 durch den Brigadier Solano Ybote an. Eine erneute Besiedlung fand statt waehrend der Restaurationskriege 1865. Die Rio Dajabon bekam seinen Beinamen "masacre" im Jahr 1937. Damals (21.3.1937) faerbte sich das Wasser des Flusses blutrot, Trujillo hatte die Exekution von nahezu 30.000 Haitianern befohlen. Diese Hinrichtung ist auch bekannt unter dem "Perejil-Masacre".Hispaniola.eu

In Grenzregionen sind viele Dominikaner einem Haitianer aehnlich, stark dunkelhaeutig. Um schnell festzustellen, ob jemand nun spanisch-dominikanische Wurzeln hatte, oder ein Haitianer mit franzoesischer Sprache war, musste man das Wort "perejil" (Petersilie) sagen. Fuer Haitianer mit einem franzoesischen Akzent war dies meist nicht moeglich. Damit galt man als ueberfuehrt und wurde ermordet.

Entstanden ist die Provinz 1938 unter dem Namen Libertador, offizielle Einweihung war am 10. Januar 1939. Die Provinz Dajabon wurde von Monte Cristi getrennt. Am 25. November 1961, ein halbes Jahr nach er Ermordung des Diktators Trujillo, erfolgte die Umbenennung in "Dajabon". Zur Zeit vor den spanischen Kolonialmaechten regierte hier der Kazike de Marien. Auch die Provinz Dajabon schaut auf eine bewegte Geschichte zurueck und war oft Kriegsschauplatz.Hispaniola.eu

Die Schlacht de Beller, die Schlacht bei Sabana larga und der Restaurationskrieg wie auch der "Grito de Capotillo" sind einige der kaempferischen Auseinandersetzungen dieser Region. Auch Ende des 19ten Jahrhunderts und zu Beginn des 20ten Jahrhunderts gab es bewaffnete Auseinandersetzungen. Hier fallen dann heroische Namen wie der des Kubaners Jose Marti der zusammen mit Maximo Gomez bekannt wurde durch den Unabhaengigkeitskrieg von Kuba. 1942 kamen einige spanische Einwanderer auf Einladung Trujillos und gruendeten die Kolonie 30 de Mayo an den Huegeln von Beller. Weitere Einwanderer kamen 1956 aus Japan, sie gruendeten die japanische Siedlung, ca. 5 km noerdlich von Dajabon. Noch heute leben einige der japanischen Familien dort und widmen sich verschiedenen produktiven Taetigkeiten.

 

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