Santo Domingo.- Die Dominikanische Republik wurde 2011 auch von der Wirtschaftskrise getroffen.
Die Inflation stieg an, das Wirtschaftswachstum nahm ab.
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Extrem hohe Ölpreise auf dem Weltmarkt ließen den Regierungspräsidenten reagieren. Dr. Leonel Fernandez Reyna berief Minister und Fachleute zusammen, das Motto lautete klar: wir müssen sparen! Nicht nur das Volk sollte seinen Gürtel enger schnallen, auch die Regierung wollte die Ausgaben senken. Eine lobenswerte Einstellung, doch wie sieht es in der Realität aus?
Beispiel Busse: Um Dieselkraftstoffe einzusparen – und der Umwelt zuliebe – sollten die Stadtbusse von Santiago und Santo Domingo umgerüstet werden auf Erdgasbetrieb. Wie man errechnet hatte würden sich die Umbaukosten schnell amortisieren, innerhalb eines Jahres!.
Was dann geschah: Das Verkehrsbüro meldete dass die Busse fast alle nur noch einen Schrottwert haben, die Reparaturen nicht mehr durchgeführt werden können und der Transportservice stehe kurz vor dem Kollaps. Man benötigt neue Busse. Von Umrüstung zu Neukauf, eine „Sparmaßnahme“ die mit einem Kredit von mehr als 300 Millionen US$ endete, allein für den Fuhrpark von Santo Domingo.
Das Jahr 2011 haben auch viele Diplomaten und Botschafter sowie Mitarbeiter von Konsulaten und Botschaften der Dominikanischen Republik in schlechter Erinnerung. Das Heimatland geriet einmal mehr in Zahlungsschwierigkeiten, bei Löhnen wie auch Mieten. In Paris drohte nach einem Mietrückstand von 5 Monaten der Rausschmiss. Mitarbeiter beklagten sich anonym über die Presse, doch bis zu 4 Monate mussten auch sie ohne jede Lohnzahlung auskommen.
Die dominikanische Regierung interessierte sich nicht dafür wie man als Angestellter nun zur Arbeit kommt (Fahrtkosten), seine eigene Miete zahlt oder geschweige dafür was man denn wohl zu essen habe. Schließlich sollte ein Mitarbeiter im Ausland bei seinen Bezügen auch Rücklagen schaffen können um mal eine Notsituation zu überbrücken. Die Angestellten durften private Kredite aufnehmen, sich bei Familienangehörigen und Freunden verschulden.
Von Santo Domingo gab es als Folge der Zahlungsprobleme nur einen Kommentar: man sei dazu angehalten zu sparen. Wie sieht das nun wieder für die Regierung aus? Ähnlich wie schon bei den Bussen ufern Sparmaßnahmen aus, mutieren zu einem gewaltigen Kostenapparat.
Der Karibikstaat mit rund 9,5 Millionen Einwohnern (hier sei mal eingefügt dass die Volkszählung Millionen verschlang, unter anderem auch internationale Hilfen flossen und diese bereits im Januar 2011 beendet wurde! Achtung: Endgültige Ergebnisse liegen wegen finanzieller Probleme bis heute nicht vor!) leistet sich einen immensen Stab an diplomatischen und konsularischen Mitarbeitern.
600 offizielle Diplomaten, 503 Konsuls stehen auf der Lohnliste. 1163 Staatsbedienstete in 54 Ländern leistet man sich! Während einige Länder ja dann auch fleißig spenden (Taiwan, Spanien, Frankreich, Deutschland u.a.) gibt es aber auch diplomatische Beziehungen zu Ländern die kaum jemand kennt und über deren Sinn man zu Recht streiten kann. Nicht so aus Sicht des Regierungspräsidenten Fernandez, er will überall präsent sein.
Um das ganze einmal ein wenig besser in Relationen zu setzen, hier ein paar Vergleiche:
Kanada hat in der Dominikanischen Republik 8 diplomatische / konsularische Beamte beschäftigt. Die Dominikanische Republik unterhält in Kanada 46 Landesvertreter, unter anderem in Ottawa, Montreal, Toronto oder Vancouver. Gut, nun mag man sagen: Kanada ist ja auch größer, da muss man sich schon verteilen. Daher ein anderer Vergleich. Haiti hat ungefähr die gleiche Anzahl von Bewohnern, besiedelt aber nur ein Drittel der Insel Hispaniola. Haiti hat 6 Volksvertreter in der Dominikanischen Republik, im entgegengesetzten Fall unterhält die Dominikanische Republik in Haiti 64 Staatsbeamte!
So geht es dann weiter: Spanien hat in der Karibik 15 Entsandte, die Kreolen entsenden 89 Mitarbeiter nach Spanien. Argentinien ist sicher eines der reichen Länder in Lateinamerika. Dennoch leisten sich die Argentinier in Santo Domingo drei Mitarbeiter. Die Dominikanische Republik entsendet hingegen 15 akkreditierte Beamte zu den Gauchos.
Das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten gab 2011 4,937 Milliarden Pesos aus. Davon gingen rund 2,9 Mrd. RD$ an den diplomatischen Dienst, 1,05 Mrd. Zahlte man für konsularische Dienste. Hier sind nur Gehälter gerechnet. Hinzu kommen Sonderausgaben, Boni, Kosten für Wohnungen und Büros. Ein Konsul hingegen kassiert nicht nur ein fürstliches Gehalt, seine Serviceleistungen hat man als Bürger extra zu zahlen. Konsularische Rechnungen, Beglaubigungen, Verlängerungen von Ausweisen und Visa, jede Tätigkeit kostet. Dabei liegen die offiziellen Gebühren bei 10 USD, die Gebühren für konsularische Dienste können die Rechnung bis zu 300 USD ansteigen lassen.
Ein Botschafter der Dominikanischen Republik erscheint in der Lohnliste mit 3.000 USD, hinzu kommen dann Repräsentationskosten, Wegegeld, Wohngeldzuschüsse und Vorstellungskosten, neben anderen Kleinigkeiten die dann die Gesamtkosten eines Botschafters auf 10-20tausend USD pro Monat ansteigen lassen! Das ganze ist steigerungsfähig, die Botschafter in Madrid und Washington kommen auf insgesamt 40tsd USD, natürlich pro Monat. Wobei hier noch Geld eingespart wird, denn hier gehören die Gebäude für Büro und Wohnung dem dominikanischen Staat, es fallen keine Mietkosten an. Gleiches gilt dann auch noch für Port-au-Prince, Haiti. Nur in diesen drei Ländern residiert der dominikanische Staatsdiener auch in Wohnungen die Staatseigentum sind.
Um einmal mehr Vergleiche anzusetzen: Spaniens Ministerpräsident verdient im Jahr 84tsd. Euro (7.000 Euro / Monat). Der dominikanische Botschafter in Spanien kassiert 9.030 USD. Beide verdienen somit gleich viel, ohne Nebenkosten. Berater kommen auf rund 2.000 USD Monatsgehalt, ein Konsul und Vizekonsul verdienen rund 2.500 USD.
Das Außenministerium der Dominikanischen Republik zahlt auch im Land gut. Der Minister für Auswärtige Beziehungen bezieht ein Grundgehalt von 300.000 RD$ (6.000 Euro), die Vizeminsiter verdienen zwischen 200.000 / 225.000 RD$.
Im Zentralsitz der UNO ist der kleine Karibikstaat sogar weltweit führend! In New York hat die Dominikanische Republik 63 Abgeordnete, in Genf 14. Total 77 UNO-Mitarbeiter, davon 15 im Rang eines Botschafters.11 in den USA und 4 in Europa, wobei den 11 „Botschaftern“ in den USA dann 24 Berater zur Seite gestellt werden! Damit nicht genug. Bei der OEA hat die Dominikanische Republik 44 Vertreter. 4 im Botschafterrang, 17 Minister-Berater und 16 weitere Berater. Zuviel? Keinesfalls. Der dominikanische Ex-Botschafter erklärte dass man die Zahl nicht reduzieren könne, es würde dem Ansehen des Landes in Nordamerika schaden! Botschafter, Konsul, Ministerberater und Berater – allein in New York leben und arbeiten (?) 160 dominikanische Staatsdiener.
Weil repräsentieren ja so wichtig ist, hat man natürlich weitere Vertretungen in den USA. 54 Beamte arbeiten in Miami, davon 23 Vizekonsuls; 31 Bemate in Boston, 18 Vizekonsuls; Puerto Rico hat insgesamt 33 Mitarbeiter, davon 25 im Rang eines Vizekonsul. 21 Mitarbeiter sind in der Hauptstadt San Juan, 12 arbeiten in Mayagüez. In Haiti arbeiten 31 Personen im diplomatischen Dienst. 9 Ministerberater, 13 weitere Berater.
Die Dominikanische Republik leistet sich einen Pomp der in keiner Relation zur Notwendigkeit steht. Es fehlt an vielen Dingen im Land, doch wenn man für Bildung Geld braucht ist keines vorhanden. Waren werden exportiert in alle Welt, doch erfüllt man nicht Regeln, Normen und Vorschriften. DIN-ISO ist hier noch ein Fremdwort. Da aber die EU bald keine Einfuhren mehr genehmigen wird die nicht Din-Iso zertifiziert sind hilft man natürlich. Millionen von Euro fließen als Spende in die Dominikanische Republik und sollen dem Land bei der internationalen Wettbewerbsfähigkeit helfen. Wie man sieht hat man das leider nicht genauer definiert. Statt im Export wettbewerbsfähig zu sein hat man sich politisch engagiert. Und damit nun sogar die Führung in der Welt übernommen!
Bei der nächsten Spende sollten internationale Organisationen und Ländergemeinschaften mal genauer hinschauen wohin das Geld fließt. Denn Transparenz ist hier ebenfalls nicht vorhanden, im Gegensatz zur Korruption. Geht es um Veruntreuung, dann belegt der Karibikstaat in der Liste des Weltwirtschaftsforums einen der hintersten Plätze.
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Kommentare
es wird doch gespart- leider bei den Falschen, sprich Anderen.
Politisch taetig zu sein ist halt wichtiger als Arbeitsplaetze zu schaffen.
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