Träume und Realitäten sind oft weit voneinander entfernt
Seit das Unternehmen Carnival Corporation sein Projekt in Maimon verkündete ist man in Puerto Plata voller Optimismus.
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Für zwei Anleger in der Bucht von Maimon wird „Carnival Cruises“ 65 Millionen US Dollar ausgeben, auf einem Gelände von 50.000 m² werden Cafe´s, Restaurants, Salons und Boutiquen entstehen. Viele zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, Kreuzfahrttouristen bringen den beliebten US Dollar an Land! Damit kann sich das Schicksal von Puerto Plata wandeln.
Schon erinnert man sich an die 70er und 80er Jahre wo kleinere Schiffe im Hafen von Puerto Plata anlegten und man in Wohlstand lebte, dank dem Tourismus der Kreuzschifffahrt. Bevor auch nur der erste Stein gesetzt wurde sieht man schon die maximale Kapazität an Schiffen anlanden, 7 pro Woche. Schließlich hat Puerto Plata eine Menge zu bieten, die Touristen können eine Vielzahl von Ausflügen buchen.
Man blickt auf die anderen Häfen der Dominikanischen Republik wie La Romana, Samana und Santo Domingo und ist sich sicher dass Puerto Plata schnell zum Hauptziel werden kann, angesichts der Naturschönheiten die diese Region bietet, nebst Kultur und karibisch-viktorianischem Flair.
Leider ist der Blick arg rosa eingefärbt, nicht realistisch. Maimon liegt außerhalb von Puerto Plata, Maimon ist das Ziel. Hier werden Touristen auf dem „Firmengelände“ von Carnival Cruises anlegen. Die Läden werden von Carnival geführt – oder verpachtet. Gewinner: das Unternehmen aus den USA. Touren starten in Maimon, führen dann aber nur durch Puerto Plata...nur wenige Geschäfstleute werden hier mit profitieren. Warum sich Hoteliers freuen fragt man sich auch, keiner dieser Gäste wird in einem Hotel übernachten, das Schiff legt abends ab und fährt zum nächsten Hafen.
Es sind Tagestouristen die auf einer „Schnelltour“ vieles sehen wollen, kaum an einem Ort verweilen. Man wird die Seilbahn nutzen und das Bernsteinmuseum besuchen. Ansonsten: gute Sicht aus dem Bus heraus. Vor allem aber sollten sich die Optimisten an einen Spruch erinnern: wer vorher rechnet – rechnet zweimal. Der Start zum Hafenprojekt sollte im Oktober 2011 sein. Das Tourismusministerium kündigte schon an dass Regierungspräsident Dr. Leonel Fernandez zur Grundsteinlegung kommen wird. Auch andere Projekte wurden immer wieder angekündigt, es sei nur das Amphitheater an dieser Stelle erwähnt.
Bereits jetzt ist das Projekt von Maimon 4 Monate in Verzug! Umwelt- und Tourismusminsiterium kennen die wichtige Bedeutung dieser
Investition. Sie sagten ihre volle Unterstützung zu! Damit endlich wieder die Wirtschaft einen positiven Schub erhält in Puerto Plata. Doch es tut sich nichts, nicht ein Spatenstich! Pessimisten orakeln bereits dass die politische Verbindung zwischen Palästina und der Dominikanischen Republik Grund dafür sei dass die Investoren nicht loslegen. Denn die Firma Carnival Corporation hat zwar den Firmensitz in den USA, doch die Eigner kommen aus Israel. Das angespannte Verhältnis zwischen Israel und Palästina ist bekannt. Wenn Fernandez dann auch noch sagt es sei die Schuld und Uneinsichtigkeit Israels dass man in der Region keinen Frieden habe weil man Palästina nicht als selbständigen Staat anerkennen wolle, dann könnte da etwas dran sein.
Diplomaten und Politiker, wie auch Unternehmer sagen aber nicht immer die Wahrheit. Die wird oft verborgen hinter anderen Ausflüchten. So verlautete es aus der Geschäftsetage von Carnival Corp.: Nein, politisch gebe es keine Probleme, aber es fehlen nach wie vor die Genehmigungen der dominikanischen Ministerien! Sieht so die Mithilfe von den Umwelt- und Tourismusbehörden aus? Durchaus möglich, es geht ja bekanntlich alles seinen karibischen Gang. Mit anderen Worten: es darf auch geschmiert werden um gewisse Behördenprozesse zu beschleunigen.
Carnival scheint diese Sprache nicht zu sprechen. Im Gegenteil, es kam bereits ein weiterer Einwand. Keinen Kilometer von den Anlegern entfernt liegt die größte Müllkippe der Provinz Puerto Plata. Abgesehen von häufigen Bränden mit gesundheitsschädlichen Rauchwolken – der Anblick und Geruch der Müllkippe als „Willkommen“ für Kreuzfahrttouristen ist denkbar schlecht. Carnival verlangt die Schließung und das Zuschütten der Kippe. Laut Regierungsplänen sollte dies schon vor Jahren geschehen. Die drei Hotels RIU-Hotelgruppe aus Spanien leiden ebenfalls unter Qualm und Gestank der Kippe und hoffen seit Jahren auf die Schließung. Passiert ist nichts.
Jetzt kommen bereits erste Anfragen aus Puerto Rico! Die Regierung wendet sich angesichts der „Probleme“ in der Dominikanischen Republik an Carnival Corporation und macht eindeutige Angebote. Der Standort Puerto Rico sei doch viel besser, gute Infrastruktur, alles vorhanden! Man soll doch lieber dort einen Anleger bauen – oder bereits bestehende Häfen nutzen. Womit wir wieder bei dem Touristen-Mekka Puerto Plata wären. Ungewollt hat man hier vielleicht einen Blick in die Zukunft gemacht. Mekka liegt nämlich im Osten! Puerto Rico auch. Vielleicht blicken bald alle gen Osten, mit dem wehmütigen Gedanken an das was hätte sein können.
Es herrscht dringendster Handlungsbedarf in dieser Angelegenheit. Investoren wollen Geld verdienen und nicht warten. In der Dominikanischen Republik jedoch hat man Zeit. Erstmal sind nun Wahlen. Wechselt dann die Regierungspartei, dann gibt es nochmals drei Monate Stillstand wo die alten „Herrschaften“ nochmals tüchtig absahnen bevor sie die Schlüssel übergeben an eine neue Regierung. Bis hier dann alle Positionen besetzt sind, das dauert. Die neuen „Herrschaften“ haben dann aber auch erst mal ein Ziel: abkassieren. Was bleibt ist die Hoffnung...
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