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Home | Dominikanische Republik | Reportagen | „Da draussen liegen viele Menschen und viel Hoffnung begraben“

„Da draussen liegen viele Menschen und viel Hoffnung begraben“

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Bootsfahrt in den TodDominikanische Republik – Jedes Jahr verschlingt das Meer viele Hoffnungen und Menschen, welche illegal das Land verlassen wollen.

Meist in Richtung Puerto Rico. In den letzten zehn Jahren waren es allein an der Nordküste weit über 200 Menschen, welche den Traum nach einem besseren Leben nicht nur mit hart verdientem Geld für die abenteuerliche Überfahrt, sondern auch mit Ihrem eigenen Leben bezahlten. In den letzten Jahren stieg die Zahl der Versuche gar an und die Tendenz ist nach wie vor steigend.

 

Wie viele noch vermisst werden, kann man nur erahnen. Denn viele entlegen sich jeglicher Dokumente, bevor sie die Reise antreten.

Am 7. Oktober 1987 starben bei einer illegalen Bootsreise 100 Menschen, am 29. Juli 2004 rund 70 Menschen. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Immer wieder endet der Traum nach einem besseren Leben im Verderben.

Bedeutend mehr werden auf der Reise abgefangen und vor Gericht gestellt, der Traum endet mit Haft. Laut dem Gesetz in der Dominikanischen Republik können für die illegale Auswanderung 10, 20 oder gar 30 Jahre Haft ausgesprochen werden, je nach schwere des Falles und dessen Begründung.

Allein im Dezember letzten Jahres wurden 932 Personen verhaftet als sie die Küstenregion von Puerto Rico erreichten. Rund doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Doch immer noch warten wohl Tausende darauf, das sie das Land verlassen können, welches Ihnen keine Zukunftsperspektive zeigt. Und  genau darin liegt wohl auch der wunde Punkt.

Die Lebensunterhaltskosten sind für die oft ärmlich lebenden Menschen immens hoch geworden, Bildung und Arbeit sind immer weniger vorhanden und ein gutes Einkommen erlangt man oft nur durch gute Beziehungen oder wenn man aus "anerkannten" Familien stammt. Das dies aber im Ausland kaum besser ist, da fehlt offenbar die Information.

Mitschuldig sind da auch die vielen Heimkehrenden, welche an Weihnachten mit Geschenken vollgepackt, welche oft das ganze Jahr mühsam zusammen getragen wurden, und Geld die Familien beeindrucken wollen und erzählen wie gut es Ihnen doch geht. Was kaum einmal der Wahrheit entspricht.

Und so werden noch viele Boote in See stechen – dem Meer der begrabenen Hoffnungen.


 

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