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Die Brotfrucht - der oft verkannte Leckerbissen

BrotfruchtDer Brotfruchtbaum (Artocarpus altilis; Artocarpus communis) ist ein tropischer, immergrüner Baum, der zur Gattung der Maulbeergewächse (Moraceae) gehört. Der ursprünglich im tropischen Südostasien beheimatete Baum wird heute in Asien, Afrika, auf Hawaii, in Mittelamerika, Brasilien und in der Karibik als Nutzpflanze angebaut.

In der dominikanischen Republik wächst er zum Teil wild und jeder kann sich die Früchte holen. Die Bäume können bis zu 26 m hoch werden und in der Blüte eine Unzahl von kleinen, gelblichen bis bräunlichen Blüten tragen. Die Früchte haben eine raue, warzige, anfangs grünliche und mit zunehmender Reife gelbliche bis bräunliche Schale und - ausgenommen die wild wachsenden Formen - wenige bis keine Samen.

Herkunft und Verfügbarkeit

Brotfruchtbäume blühen und tragen häufig das ganze Jahr über Früchte, dementsprechend gibt es auch das ganze Jahr über kleinere Angebote. Auf der Insel Pitcairn erlaubt das feucht-warme Klima in der Regel zwei Ernten im Jahr. Da die Bäume sehr hoch sind und sich nicht erklettern lassen, werden auf der Insel die Brotfrüchte einfach mit dem Gewehr abgeschossen.

Inhaltsstoffe

Die Brotfrucht enthält viel Stärke und ist reich an Ballaststoffen. 100 g (reife) Brotfrucht weisen einen Brennwert von etwa 440 kJoule auf und enthalten etwa 68 g Wasser, 1,3 g Eiweiß, 0,3 g Fett, 27,8 g Kohlehydrate und 1,5 g Ballaststoffe. Daneben enthält die Brotfrucht 21 mg Vitamin C.

Brotfrucht

Die Frucht

Die Kugel - oder eiförmigen Früchte haben eine Länge von 9 - 45 cm, einen Durchmesser von 5 - 30 cm und ein Gewicht von 300 - 3000 g. Brotfrüchte werden bei zunehmender Reife sehr weich, haben eine dünne, essbare Schale und ein weißliches bis gelbliches, cremiges Fruchtfleisch, das nach Brot, gerösteten Kartoffeln oder Kastanien schmeckt.

Die Frucht in der Küche

In ihren Anbaugebieten werden die noch nicht voll ausgereiften Brotfrüchte meist als Gemüse gegessen. Die Zubereitung als Salat, Suppe oder Gemüsebeilage ist sehr variantenreich. Brotfrüchte werden als Ganzes im Ofen oder über dem offenen Feuer gebacken und ähnlich wie bei uns die Kartoffeln verwendet: gegrillt, frittiert, geröstet (Chips), gekocht oder zu Püree verarbeitet.

Das Fruchtfleisch kann aber auch getrocknet, zerrieben bzw. gemahlen werden und findet als Brotfruchtmehl bei der Zubereitung anderer Mehl- u. Teigspeisen Verwendung. Die Frucht enthält 16 bis 24 kastaniengroße Nussfrüchte, deren stärkehaltiger Samen nach dem Rösten auch zu Mehl gemahlen wird. Aus diesem Mehl lassen sich Brote backen. Die reifen Früchte schmecken süßlich und werden häufig auch im Ganzen gekocht und mit Butter, Salz und Pfeffer verzehrt (ähnlich wie z.B. Maiskolben) Bei Vollreife ist die Frucht auch roh essbar.

Herkunft

Brotfrüchte stammen ursprünglich aus dem polynesischen Raum und wurden von den damaligen Ureinwohnern bis nach Hawaii verbreitet. Anfang des 17. Jahrhunderts wurden Brotfrüchte erstmals von europäischen Seefahrern auf Tahiti beschrieben. Während einer Hungersnot in Jamaika um 1780 ersuchten Plantageninhaber den englischen König George III um die Erlaubnis, samenlose Brotfruchtbäume importieren zu dürfen um die Sklaven auf ihren Plantagen ernähren zu können. Von Jamaika aus verbreitete sich die Brotfrucht auf die anderen westindischen Inseln bis nach Mittelamerika.

BrotfruchtVorgeschichte

In der damaligen Zeit herrschte zwischen Nordamerika (Philadelphia, New York und den anderen Küstenhäfen der heutigen USA) ein reger Handelsaustausch mit den englischen Kolonien in Westindien (Jamaika, Barbados u.a.). Die Engländer exportierten vor allem Zuckerrohr und Rum im Tausch gegen Getreide und Mehl. Brot war ein Hauptnahrungsmittel der Sklaven auf den Zuckerrohrplantagen. Aufgrund der Wirren der Unabhängigkeitskriege zwischen Nord- und Südstaaten waren die Getreidelieferungen in die Karibik ausgeblieben. Mehrere verheerende Wirbelstürme und lang anhaltende Dürreperioden hatten die Ernten zerstört und taten ihr übriges. Insbesondere auf Jamaika kam es zwischen 1780 und 1786 zu mehreren großen Hungersnöten, bei denen Tausende Sklaven auf den englischen Zuckerrohrplantagen starben. Die Plantagenbesitzer suchten deshalb nach einem Ausweg aus der Nahrungsmittelknappheit und einer alternativen Nahrungsgrundlage für ihre Sklaven. Dabei sollte das Essen für die Sklaven billig und nahrhaft und vor Ort wachsen und damit jederzeit verfügbar sein.

Eine spannende Geschichte - wie kam der Brotfruchtbaum in die Karibik? Wer kennt nicht die karibische Geschichte von der Meuterei auf der Bounty . diese Story hatte viel mit der Brotfrucht zu tun – aber lesen sie selber… Brotfruchtbaum und Geschichte der Bounty


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