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Reportagen

Haiti – machte sich selbst zu freien Menschen

Haitianischer BefreiungskampfHaiti ist nicht nur seit der Neuzeit ein Land mit einer sehr bewegten Geschichte sondern macht es einem Betrachter nicht leicht die vielen Ereignisse und Abläufe in diesem Land zu ordnen und zu deuten.

Ein Land mit einer Geschichte wie ein Erdbeben, ein Land das mit Erdbeben Geschichte machte und ein Land dessen Geschichte man zu schnell wegen des Erdbebens vergisst. Vieles wird Heute vergessen, vieles nicht mehr gewürdigt.

Haiti war das einzige Land, dass aus eigenem Antrieb die Sklavenschaft abschaffte und somit die einzigen Sklaven welche sich selbst befreit haben. Daraus resultiert bis Heute das berechtigte Bewusstsein, das schwarz sein auch Ehre bedeuten kann.

Das Bewusstsein schwarz mit Ehre zu sein ist in Haiti eine Eigenheit, welche Schule in vielen Ländern machen sollte. Denn in der Landessprache ist der Begriff „Neger“ kein Schimpfwort – sondern bedeutet Mensch – und für Haiti – die einzigen, welche sich selbst aus der Knechtschaft von Sklaventreibern befreiten, hat dies gerne auch einen stolzen Unterton.

Henri Christophe - BrigadegeneralAndere Länder haben da viel mehr Mühe mit Ihrer dunklen Hautfarbe und fühlen sich gar als Menschen zweiter Klasse. Insbesondere das Nachbarland Dominikanische Republik verleugnet darum nicht nur die Abstammung von Afrikanischen Sklavenstämmen, nein sie leben gar im Bewusstsein, dass je heller der Mensch ist, je höher sei seine Klassifizierung. Ein Umstand der dazu führt dass Sie nicht nur Ihre wahre Abstammung und damit ein Teil Ihrer Identität verleugnen, sondern auch immer wieder dazu führte, dass man gar mit Bleichmitteln versuchte seine Hautfarbe edler, sprich weisser zu tönt.

Es gipfelt gar in dem Umstand, dass man alles was Dunkel ist als minderwertig deklassiert und direkt oder indirekt abstösst und diskriminiert.

Nicht so in Haiti, welche stolz auf Ihre Abstammung sind und bis Heute rund 95 % der Bevölkerung dunkelhäutig sind. Eine solch intensive Vermischung mit ausländischen Kulturen, wie es im Nachbarland gar erwünscht war um die Hautfarbe aufzuhellen, widersprach dem Empfinden der Menschen aus Haiti.

Hellere Hautfarbe zu haben, bedeutet in diesem Land nicht, der bessere Mensch zu sein.

Doch was als der Beginn der Freiheit für Haiti zählen sollte, war wie so vieles für die Menschen dieses Landes eine unerfüllte Illusion. Schon wenige Jahre nach der Befreiung aus der Sklavenschaft verschwand die Euphorie der Sklavenbefreiung durch die Einwirkung der neuen Staatsführung. Eine Staatsführung die eben gerade ein solch befreiter Sklave in ein System umwandelte, dass nicht unbedingt mehr Rechte für die Menschen bedeutete.

Gemeint ist damit Henri Christophe. Als Sklave kam er nach Haiti, geboren wurde er am 6. Oktober 1767 in Grenada. Er war sehr ehrgeizig und vom Hotelangestellten ( noch als Sklave) arbeitete er sich mit der Teilnahme gegen die Französische Besatzung / Kolonialmacht bis zum Brigadegeneral hoch. Zusammen mit Alexandre Sabès Pétion setzten sie sich gegen den eigentlich ersten Herrscher von Haiti, Jean-Jacques Dessalines, ebenfalls ehemaliger Sklave und nach der Befreiung Kaiser von Haiti, zur Wehr, da Sie seine Machtansprüche als ungerecht betrachteten.

Aber selbst nach der Ermordung des Kaisers, welche Henri Christophe in Auftrag gab, und zu einem Bürgerkrieg zwischen den afrikanisch stämmigen und den Mulatten führte, kam es zu keiner Einigung und die beiden ehemals Verbündeten, teilten sich Haiti in zwei Machtbereiche auf – den Süden ( Petion) und den Norden (Henri).

Zwei Jahre lang bekämpften sich die zwei ehemaligen Gefährten und 1806 teilten sie Haiti auf. Christophe Henri übernahm den Norden von Haiti. Diesen verwandelte er 1811 in eine erbliche Monarchie und liess sich 1811 als Heinrich I. zum König ausrufen, der Süden wurde eine Mulatten-Republik unter Präsident Pétion.

Christophe versuchte, durch die Errichtung von Prachtbauten, allen voran seine Residenz Sans Souci, und die Etablierung eines von ihm ernannten Adels einen feudalen Staat zu schaffen.

Obwohl er sein Augenmerk auf die Förderung von Bildung und die Schaffung eines Rechtssystems, des Code Henry, legte, blieb er ein unbeliebter Herrscher, der einem Staatsstreich zuvor kam, indem er sich am 8. Oktober 1820 mit einer silbernen Kugel selbst erschoss.

So erlebte bereits damals Haiti innert nur wenigen Jahren den bewegten Wandel von der reichsten Kolonialmacht mit Sklavenschaft, über Bürgerkrieg, wo jeder gegen jeden zu kämpfen schien und schlussendlich zur Befreiung aus der Sklavenschaft führte, bis hin zu Kaiserreich und Königsernennung, Epochen, welche sich in rasanter Folge ablösten und Haiti nie zur Ruhe kommen liesen.


Kommentare   

 
# Haiti war mal ReichJosef 2013-09-06 15:56
Haiti war mal das reichste Land der Welt. Dann erschlugen und mordeten die schwarzen Helden mal schnell
20.000 (ZWANZIGTAUSEND ) Weiße auf die brutalste Art und von nun an ging´s bergauf ins Elend .
Jetzt sind sie wieder auf einem Niveau ein wenig höher als ein Tier angekommen. Lies dazu beim „Vorbotenem Wissen“ nach. Da kann man sich schlau machen wie es um Haiti und die Haitianos wirklich steht. Tiefstes Afrika. Und so muss man sie auch lassen, denn sie müssen sich jetzt erst mal selbst da raus ziehen. Jede Hilfe von außen ist sinnlos und hilft ihnen nicht.
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