Samana, Dominikanische Republik - Nicht nur die Halbinsel Samana erfreut sich immer mehr Touristen, vor allem die Buckelwale zaehlen zu den treuesten Besuchern der Bucht von Samana.
Zu den vielen Gesichtern, die das Land zu bieten hat, zaehlt auch das besondere Ereignis der Walbeobachtungen. Waehrend man die Wale, die sich bei den Silverbanks (Noerdlich von Puerto Plata), kaum besuchen kann, kann man dies um so besser in der Bucht von Samana. Ende Dezember kommen die ersten Megaptera novaeangliae (so der fachliche Ausdruck fuer die Buckelwale), Ende Maerz reisen sie wieder ab.
Diese riesigen Meeressaeuger, die hier ins Land kommen, haben sich die warmen Gewaesser fuer die Paarung ausgesucht. Gleichzeitig bringen die Walkuehe ihre Kaelber zur Welt, denn die Tragzeit betraegt 12 Monate.
Der Buckelwal:
Ein Buckelwal erreicht eine Groesse von 12-15 Meter. Seine seitlichen Flossen sind im Verhaeltnis zum Koerper uebermaessig gross, die Rueckenfinne hingegen ist kaum ausgepraegt. Buckelwale sind auf dem Ruecken schwarz, an der Bauchseite weissfleckig.
Der "Fingerabdruck" der Buckelwale
Eine Besonderheit ist die Schwanzflosse. Diese ist einzigartig, so wie bei uns Menschen der Fingerabdruck. Das Muster auf der Schwanzflosse kommt so nur einmal
vor und Wissenschaftler koennen anhand einer Foto-Datenbank genau die Tiere identifizieren. Diese Walart gehoert zur Gattung der Furchenwale (wegen ihrer Furchen an der Unterseite, welche sich vom Maul bis ueber den Nabel hinweg ziehen). Die Haut der Wale ist oft bewachsen mit Kieselalgen und ist haeufig vernarbt. Gerade die maennlichen Tiere sind sehr aggressiv, denn die Walweibchen sind polygam.
So versuchen maennliche Wale immer, ihre "Eroberung" gegenueber anderen Artgenossen zu verteidigen. Hierbei schwimmen sie mit offenem Maul auf den Konkurrenten zu und hinterlassen leichte Verletzungen an der Aussenhaut, diese vernarben spaeter. Durchschnittlich kommen die Tiere auf ein Mass von 13 Metern, es gibt seltene Exemplare die maximal 18 Meter messen. Das Gewicht liegt bei 25-30 Tonnen.
Buckelwale waren einmal sehr verbreitet in unseren Gewaessern, doch wurden sie augiebig gejagt, was fast zum Aussterben dieser Art gefuehrt haette. Da diese Wale seichte Gewaesser bevorzugen, nicht ueber 50 Meter tief tauchen und im Schnitt alle 15-20 Minuten auftauchen, war es ein Leichtes, diese Tiere zu erlegen. Auch ihre immer wiederkehrenden Routen machten es den Fischern leicht, man kann ihre Zeit und Wege genau berechnen.
1966 wurde ein weltweites Walfangverbot beschlossen. Seitdem hat sich die Population dieser beeindruckenden Tiere wieder erhoeht.
Diese Tiere haben viele Besonderheiten. So findet die Nahrungsaufnahme nur im Sommerquartier statt, waehrend der Paarung und Stillzeit nehmen die erwachsenen Tiere nichts zu sich. Ebenso aendern sie ihre Tauchgewohnheiten. Im Winterquartier taucht der Wal auch gern bis zu 30 Minuten ab. Schon von weitem erkennt man den aufgetauchten Wal an seinem "Blas", dem Wasserstrahl den er dann ueber eine Oeffnung im Ruecken ablaesst.
Beruehmt sind die Buckelwale vor allem fuer ihren Walgesang. Forscher fanden heraus, dass die Kommunikation ueber 622 verschiedene Laute verfuegt und mit einer Lautstaerke von bis zu 190 dB ist ein Walmaennchen von weitem zu hoeren und kann mit seinem Gesang die Weibchen beeindrucken.
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Die Walkaelber kommen mit einer Laenge von 4 Metern zur Welt und der hohe Fettegehalt der Milch sorgt dafuer, dass die Jungen sehr schnell an Gewicht und Groesse zunehmen. Innerhalb von 6 Monaten wachsen sie um das Doppelte, nach 5 Jahren ist ein Buckelwal mit 12 Metern fast ausgewachsen und geschlechtsreif.
Der weltweite Bestand wird heute auf 12.000 Tiere geschaetzt, im Nordatlantik leben 5-6000 dieser Tiere. Zirka 3000 davon suchen sich die Gewaesser der
Dominikanischen Republik als Winterquartier aus.
Bequia ist uebrigens das einzige Land, welches offiziell Wale fangen darf. Die kleine Insel (suedlich von St. Vincent in den Kleinen Antillen) lebte im vorigen Jahrhundert vom Walfang (die inoffizielle Landesflagge ziert auch ein Wal), heute darf man nur 4 Wale pro Jahr erlegen, als Eigenbedarf. Doch hat man in den letzten Jahren diese Quote nie mehr erreicht. Japan hingegen macht Jagd auf die Buckelwale. Unter dem Vorwand "wissenschaftlicher Zwecke" erlegen die Japaner 50 Tiere pro Jahr, Tierschuetzer werfen den Japanern aber vor, weitaus mehr Tiere zu erlegen.
Der Buckelwal ist auch ein ausdauernder Schwimmer. Zwischen Sommer- und Winterlager koennen auch gern mal 10tsd. Kilometer liegen! Forscher entdeckten bei Madagaskar eine Walkuh die man 2 Jahre zuvor bei Brasilien gesichtet hatte. Im Durchschnitt schwimmen sie 5000 Kilometer, mit einer Durchschnittsgeschwingkeit von 5-10 km/h. Sind die Wale in Panik, schwimmen sie bis zu 27km/h schnell.
Zurueck in die Dominikanische Republik.
Hier haben die Meeressaeuger ein ruhiges Leben, denn hier trachtet ihnen keiner nach dem Leben. Gejagt werden sie trotzdem. Leider - wie so oft in diesem Land, gibt es Gesetze und Vorschriften. So auch fuer den Tourismus, der sich mit der Walbeobachtung beschaeftigt. Mit grossen Schiffen, mit Schnellbooten und auch in kleinen Fischerbooten geht man auf die Jagd nach den Walen.
Die Boote duerfen sich den Walen eigentlich nicht mehr als 50 Meter annaehern, wer jedoch eine Beobachtungstour gemacht hat, der kennt die Realitaet. Da taucht auch mal der Wal unterm Boot durch oder liegt fast laengsseits. Die Walschuetzer haben auch durchgesetzt, dass sich nie mehr als 3 Boote (1 grosses und 2 kleinere) dem Wal naehern duerfen. Schiffsmotoren von zuvielen Booten sollen die Wale nicht zu sehr beunruhigen. Nun, auch hier haelt sich leider niemand wirklich daran.
Die Schiffskapitaene haben alle ein Funksprechgeraet und wenn ein Wal gesichtet wird, dann geht der Funkspruch hinaus ueber den Aether. "Wal in Sicht" Und schon kommen aus allen Himmelsrichtungen die Boote um ihren Passagieren ein Spektakel zu bieten.
Wer ein Herz fuer Tiere hat, der faehrt vielleicht nach Las Galeras, bis zum Restaurant El Cabito. Von dort kann man auf einer Terrasse ueber den Klippen aufs Meer schauen und aus der Distanz Wale beobachten. Ein Fernglas holt die Tiere dann auch naeher. Und mit etwas Glueck springt mal ein liebestoller Wal aus den Wellen hervor.
Moechte jemand das Treiben der Wale in der Bucht aus naechster Naehe erleben, so ist auch dies nicht immer von Erfolg gekroent. Ab Mitte / Ende Maerz reisen dann die Wale auch wieder ab, als ob es eine Demonstration ist gegen das Treiben mit den vielen Booten in der Bucht.
In den ersten drei Monaten eines jeden Jahres machen viele der Fischer ihre groessten Umsaetze. Achten Sie aber immer darauf, dass man ihnen eine Schwimmweste gibt! Wer als Individualtourist nach Samana faehrt, der kann dort einige Tage verbringen. Die Wasserfaelle von El Limon sind einen Ausflug wert. Reiten durch die Waelder und Kokosplantagen, in Sachen Natur hat die Halbinsel viel zu bieten. Und die kleineren Orte wie Las Terrenas und Las Galeras bieten einige kleine Hotels und Gaestehaeuser an die durchaus guenstig sind.
Eine Bootstour die keine Tiere belaestigt, aber sehenswert ist: Ausflug nach Los Haitises. Hier treffen sie auf Hoehlen und Malereien der Ureinwohner, den Tainos.
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