Puerto Plata.- Der Mann ist vom Fach und erfolgreich: Frank Rainieri.
Er ist Präsident der Hotelvereinigung Punta Cana und so ganz nebenbei auch der Chef des Unternehmens „Grupo Puntacana“. Zu diesem Unternehmen, bei dem der dominikanische Modedesigner Oscar de la Renta Teilhaber ist, gehören Einkaufszentren, diverse (Luxus) Hotels und Resorts, Casinos, Golfanlagen und der Flughafen Punta Cana.
Der Mann hat also das berühmte „goldene Händchen“, aber damit allein ist Erfolg sicher nicht erklärbar.
Neben Glück gehört auch viel Arbeit dazu im Tourismus Erfolg zu haben. Und hier sticht Rainieri seinen Kollegen der Region Puerto Plata mitten ins Herz. Die Hoteliers dieser Provinz nannte er in einem Online-Magazin „faul und darauf wartend dass die Regierung der Dominikanischen Republik ihnen mehr Gelder gibt um ihre Geschäfte fortzuführen“.
Als einen weiteren Fehler des Tourismussektors im Norden des Landes sieht Rainieri die Betreibung von insgesamt fünf sogenannten „Vereinigungen“, so würde jeder seine eigene Suppe kochen statt wie in Punta Cana in einer einzigen Vereinigung für Hoteliers und Tourismusunternehmen gemeinsam Ziele zu verfolgen und umzusetzen. Würden die Kollegen im Norden in der Lage sein gemeinsame Sache zu machen würden sie auch mehr erreichen, so Rainieri.
Eine weitere Spitze von dem erfolgreichen Unternehmer: „hätten wir in Punta Cana das Geld erhalten was man in Puerto Plata von der Regierung erhalten hat, so hätten wir mehr daraus gemacht“. Die scharfen Worte von Rainieri sind sicher nicht unbegründet. Puerto Plata mit seinen Hochburgen wie „Playa Dorada“, Sosua und Cabarete, führte den Tourismus in der Dominikanischen Republik in den 80er und 90er Jahren an. Man lebte gut von den heranströmenden Touristen und lebte wie die berühmte „Made im Speck“.
Statt jedoch weiter zu investieren und vor allem stets zu renovieren und modernisieren verlebte man die Einnahmen. Binnen kurzer Zeit zeigte sich so in mehr und mehr Hotels der Verfall. Die Touristen blieben aus, Reiseveranstalter kündigten Verträge und eine Schließung von Hotels war die Folge. Allein in Sosua wurden rund 20 Hotelanlagen geschlossen.
Diese Welle machte auch nicht Stopp vor dem beliebten Surfparadies in Cabarete oder dem bei Familien beliebten Projekt „Playa Dorada“. Heute sind hier mehr als 50% der Hotels dicht. Fehler machten die Unternehmer, die nun immer wieder die Regierung um Hilfen bitten. Kein Wunder dass die Mitbewerber im Osten des Landes hier Kritik üben.
Es ist sicher nicht die Aufgabe der Regierung für Fehler von Unternehmern einzustehen. Ankreiden kann man der Regierung allerdings, dass man zahlreiche Versprechungen machte und diese so gut wie nie eingehalten hat. Das betrifft unter anderem die schöne Carretera Turistica oder auch die Zufahrtsstraße nach Punta Rusia. Mittlerweile eines der beliebtesten Ausflugsziele, doch seit Jahren werden Touristen hier über Holperwege zur „Paradiesinsel“ geführt.
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