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Tipps und Tricks

Warum scheitern so viele in der Dominikanischen Republik?

Warum scheitern soviele in der Dominikanischen Republik

Gleich zu Anfang: es waere Stoff für ein Buch, doch möchte ich es hier so kurz wie moeglich abhandeln, ohne auf sonderliche private Gruende einzugehen, wenn hier Menschen auf der Insel scheitern, weil es an persoenlicher Selbstkontrolle fehlt oder oder oder... Ich moechte hier in diesem Bericht nur eingehen auf die ungewoehnlichen Begebenheiten in einem Land, wo viele Menschen aus Europa oder Amerika leben wollen.

Diese Menschen haben Geld, haben Ideen, haben Know How. Und sie scheitern klaeglich!

Das in einem Land, was man wohlgemeint Entwicklungsland nennt, manche nennen es noch nicht mal die 3. Welt. Was macht es einem Menschen mit Fachkenntnissen und Erfahrung und Geld so schwer, hier im Land etwas aufzubauen?

Zuerst einmal kann man auch vorweg sagen, es gibt keine "Allheilmittel" fuer Erfolg. Auch mit viel Geld, mit Beziehungen, mit Erfahrung gingen hier einige Unternehmen den Bach runter. Ich moechte in diesem Bericht einige Beispiele aufzeigen, wo Fehlerquellen und Gefahren liegen. Eine Loesung, wie man hier zu Erfolg kommen kann, gibt es nicht! Das ist die Quintessenz dieses Artikels.

Viele scheitern in diesem Land an der noetigen Selbstkontrolle. Zuert einmal moechte man das neue Leben in der Karibik geniessen. Sonne, Palmen, Meer, Strand. Strandschoenheiten, Alkohol, Sonne und aus. Vornehmlich Maenner verlieben sich im beginnenden "Lotterleben", glauben irgendwelche halbseidenen Maedels bekehren zu koennen. Und bevor das Maedel auch nur nackig ist ist das Konto schon leer.

Fuer diese "Geschäftsleute" empfinde ich Null Mitleid. Selber Schuld.

Doch gab es zum Beispiel Menschen, die haben in Sosua eine grosse Discothek gekauft. Diese wurde kuenstlich vorher gepuscht um den Kaufpreis in die Hoehe zu treiben. Mangelnde Recherche (was auch immer der Grund sein mag warum hier im Land die Menschen immer so gutglaeubig sind - etwas, was in Deutschland, Schweiz oder anderen Laendern nie passieren wuerde, hier passiert es. Woechentlich, manchmal taeglich.) ist der Hauptgrund.

Das Klima, die Freundlichkeit, das Lebensgefuehl der Freiheit laesst einen jeden normalen Gedankengang vergessen. Man steigt ein, kauft sich ein oder uebernimmt ein Geschaeft und wundert sich auf einmal, warum nichts mehr klappt. Von heute auf morgen. Nun, auch den Leuten, die sich blauaeugig auf GEschaefte dieser Art einlassen, sie verdienen kein Mitleid.

Doch kommen wir zu den Weisheiten.

Erfahrene Menschen denken: Ich habe was gelernt, ich kann was. Schuster bleib bei Deinen Leisten! Sie kommen her, bauen etwas auf und fallen auf die Nase. Natuerlich kann man Geschaefte aus Europa nicht immer auf die Karibik kopieren. Was in EU klappt, kann in der DR scheitern! Und zwar so schnell, dass man es garnicht mitbekommt.

Beispiele:

Automechaniker: es ist eine Sparte, wo man einen grossen Bedarf hat im Land. Weil hier einfach kaum Bildung/Ausbildung vorhanden ist, technisch die meisten Werkstaetten noch mit Hammer und Meissel arbeiten. Wozu einen Computer, der bei hoher Luftfeuchtigkeit mit hohem Salzgehalt aufgibt? Was nutzt technisches Geraet, wenn keiner damit arbeiten kann? Doch die Probleme sind viel simpler. Der europaeische Mechaniker braucht Ersatzteile. Woher? Er vergeudet viel Zeit und fragt umher, faehrt umher. Diese Zeit muss bezahlt werden!

Seine Lebenshaltungskosten sind natuerlich auch hoeher, seine Werkstattausstattung muss bezahlt werden... sein Lohn liegt um ein vielfaches hoeher als der Lohn eines dominikanischen Schraubers. Waehrend der Gringo Teile besorgt, ruft der Dominikaner bei seinem Teilelieferanten an, Geld ueberweisen, Teileversand per Caribe Tours. Dem Gringo steht dieser Service nicht immer zur Verfuegung - oder er will auf Nummer sicher gehen das richtigeTeil zu bekommen und holt es selber.

Um es kurz zu machen: der Gringo ist im Preis nicht wettbewerbsfaehig. Die Kunden wollen (und oftmals koennen sie es auch nicht) die hoeheren Preise zahlen.

Schweinezucht!

Ein ganz anderes Metier. Da kannte ich einen, der machte sich viel Arbeit. Er organisierte Tonnen und fuhr kleine Hotels und Restaurants ab und holte jeden Tag sein Schweinefutter. Doch die Zucht wurde groesser. Er brauchte Futter. Kein Problem, die Agroshops haben genug davon. Die Zucht wuchs weiter. Auf einmal erreichte der Gringo eine Groesse, erzeugte eine gute Qualitaet mit seiner Schweinefarm.

Zum Aerger der dominikanischen Konkurrenz, die irgendwie, ohne grossen Aufwand irgendwo in Mengen Schweine zuechtete. Und nun kommt ein Gringo daher und macht es besser? Macht Konkurrenz? Schnelles Handeln ist gefragt. Die dominikanischen Zuechter sind sich alle einig! Der Gringo muss raus aus dem Markt.

Klare Absprache mit der Agroindustrie! Ihr liefert weiter Futter an den, dann kaufen wir alle woanders! Was macht der Futterlieferant? Bevor er 3-4 grosse Zuechter verliert die bei ihm Futter und Hormone kaufen, kickt er den Gringo.

Natuerlich auf die sanfte Art. "Oh! Ein Problem! Der Lieferant hat nicht geliefert, ich habe nichts..."

Es geht auch brutaler, ganz banal.

Sie sehen ein Tourismusgebiet. Gut frequentiert. Da koennte man doch eine Jeep-Safari anbieten! Aber nicht diese Massentransporte auf dem LKW, die gar nichts mit Jeep zu tun haben! Man baut Pick-ups um, baut bequeme Sitzbaenke und man hat alle Lizenzen. Man hat Kunden. Und klar spricht sich eine gut organisierte Tour rum.

Eine Tour auf dem Pick Up, Allrad, da wo kein LKW langtuckert... Super! Geschaeft, Geschaeftsidee... alles klappt bestens. Und eines Tages klopft es abends an der Tuer. Man macht auf - und steht vor zwei riesigen Kerlen, Baseballschlaeger schwingend. Freundlich grinsend erklaeren sie Dir: Du willst doch keine Probleme? Mach mal die Touren dicht...

Was tun? Aufgabe - oder Knie kaputt (was die bessere Alternative waere, im Gegensatz zu Schaedel eingeschlagen). Ach was, sowas passiert hier nicht!

Leider, ich kenne den Fall persoenlich. Es gab ihn. Solche Argumente fuehren dann zu dem "Loesungssatz", der alle Probleme klaeren soll. Mach etwas, was ein Dominikaner nicht kann. Trete ihm nicht auf die Fuesse. Mache nicht etwas, was er leicht kopieren kann! Denn dann macht er es billiger! Nicht besser, aber er draengt Dich ab.

Also gut. Machen wir etwas, was der Dominikaner nicht kann. Baubranche. Ein schoenes und grosses und perfekt geplantes Bauobjekt. Wie waere es in einer neuen Tourismuszone? In einer paradiesischen Lage? Das Paradies hat Huegel, Neigungen um 45 Grad. an solchen Haengen zu bauen geht nicht!!!

Sagten mehrere dominikanische Architekten und Bauingenieure.

Ein "Gringo" will zeigen dass es geht. Klar geht es. Man investiert zig tausende Dollar um die Bodenstruktur zu ergruenden. Mit Ultraschall wird geprueft: wo ist Erdmasse, wo muessen Stuetzmauern das Land absichern> Oder wo ist Felsen, wo kann man stabil bauen? Man sollte nun glauben, ein Mann mit solch tollen Kenntnissen ist willkommen!

Er schafft Dutzende von Arbeitsplaetzen. In einer Zone der hohen Arbeitslosigkeit. Er hat auch noch hoere Absichten und will die lokale Wirtschaft unterstuetzen und kauft Material in der Umgegend. Viel teurer als in der Hauptstadt. Da bekaeme man alles was man braucht, und selbt mit Transport waere es billiger. Doch Gringo denkt an Land und Leute.

Fazit: Die Baustofflieferanten sehen einen "Dummen"!

Denn waere er schlau, wuerde er ja nicht bei ihnen kaufen! Also werden Lieferungen manipuliert, Preise.... Abgesehen davon: lokale Politiker sind korrupt. Sie denken nicht an das Wohl der Allgemeinheit, sie denken an sich. Und ob im Recht oder nicht, das spielt keine Rolle bei der Gringoabzocke. Erstmal rauschen Politiker aus Gemeinden an, die gar nicht zustaendig sind. Aber sie verlangen Dokumente und Genehmigungen, mit Dreistigkeit und Militaerpraesenz werden die Baustellen stillgelegt.

Alles geht nun seinen buerokratischen Weg.

Das dauert. In der Zeit kostet alles Geld! Arbeiter unter anderem wollen bezahlt werden. Auch wenn sie nichts tun koennen. Ist ja nicht ihre Schuld! Auch nicht die des Bauunternehmers, doch das ist erstmal unwichtig. Selbst mit Beziehungen - es dauert und kostet. Am Ende gibt der Mann auf und sucht Kaeufer fuer ein ach so schoenes paradiesisches Projekt.

Einzelfall? Oh nein, leider nicht.

Ein anderer Gringo hat sein tolles Projekt mit Villen und Appartements nur wenige Buchten entfernt. Und ja, natuerlich wurde dem Grossinvestor aus Suedeuropa alles versprochen. Jedwede Hilfe. Man sei ja so dankbar! Und die lokalen Politiker? Sie basteln ein Falle.

Sie lassen den guten Mann bauen. Kaum ist die erste Villa fast fertig, da kommt die Ueberraschung. Baustop. Keine Erklaerung abgegeben wie man Wasserversorgung und -entsorgung haendeln will. Mehr als 1,3 Millionen RDS Strafe. Der gute Mann ist bedient und stellt Bauvorhaben ein! Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Ende ohne
Schrecken.

Bis jetzt haben wir so die Kleinunternehmer und mittleren Investoren abgehandelt, nur wenige Beispiele von etlichen. Was aber passiert mit den wirklich grossen Unternehmen? Den Giganten der Welt? Schaffen die es?

Ganz aktuell schaut nun alles auf IKEA. Dieses Unternehmen muss man wohl nicht vorstellen. Jeder kennt das Moebelhaus aus Schweden. Fast weltweit vertreten. Was hat den guten Mann geritten, sich in diesem paradiesischen Land niederzulassen? Wie in den Nachrichten zu lesen war: Es gab Studien, die besagten, es sei ein grosser Markt vorhanden. In der Presse viel Lob.

Der Praesident Fernandez selbst eroeffnet das erste Moebelhaus von Ikea in der Karibik/Lateinamerika! Lob ueberall. Das Gebaeude in Rekordzeit nach modernsten europaeischen Sicherheitsstandards erbaut. Doch trotz europaeischer Kenntnis und Organisation und Welterfahrung! Es gab schon waehrend der Bauphase grossen Aerger! Nachbarn und Anlieger klagten IKEA an!

Sie gefaehrden die Sicherheit der Bevoelkerung! Die Stromkabel gehen ueber Strassen udn Haeuser hinweg, fuehren Starkstrom! Nun fragt sich der Laie: Was hat Ikea mit Strom zu tun??? Die sind doch nur Verbraucher, Abnehmer, Kunde??? Ist es nicht die Aufgabe des Stromlieferanten, die Kabel sicher und gut zu verlegen? Diesmal nicht, denn der Kunde ist ja ein Gringo.

Also ist der Schuld, kann der zahlen, kann der das Problem loesen, nicht der dominikanische Lieferant! Dann die naechste gute Nachricht: IKEA schafft ueber 2000 direkte und indirekte Arbeitsplaetze! Fantastisch! Leonel ist voll des Lobes, alle sind dankbar! Alle? Eben nicht! Denn schon in den ersten Nachrichten ueber IKEA tauchen in Online-Zeitungen merkwuerdige Leserkommentare auf. Eindeutig ist, dass diese Stimmung machen sollen. Da steht dann: was wollen die hier in der Karibik mit ihren Holzmoebeln? Diese Moebel taugen nicht fuer karibisches Klima! Ah ja.

Hat der Leser doch etwas gelernt.

Der einheimische Moebelhersteller mit seinem Caoba, er hat keine Holzmoebel? Sein Mimbre und Rattan ist schon im Regen aufgeloest, verbiegt sich unter dem Gewicht schergewichtiger Europaer und die billigst-Schaumstoffkisen sind durchgesessen in Rekordzeit! Doch wer nun glaubt, es bleibt bei unsinnigen Leserbriefen, der sieht sich getaeuscht. Kein geringerer Verband als der der Moebelhersteller verkuendet: Die "Asociación Nacional de Industriales de Muebles, Colchones y Afines, Inc."

Während man andererorts Auslands-investitionen ins Land holt, um die lokale Industrie zu stärken, wir hier einer ganzen Branche ein Riese vor die Tür gesetzt, der seine Produkte zu 100% importiert und dadurch mehr als 10.000 ansässigen Produzenten schadet. Dominikanische Hersteller hatten zuvor versucht mit IKEA Lieferverträge auszuhandeln, wurden durch das Unternehmen jedoch gnadenlos abgewiesen! So konnte man lesen! Mit anderen Worten: Freie Marktwirtschaft in der Dominikanischen Republik? Nein, gibt es nicht.

Einfachste Regeln der Marktwirtschaft werden nicht beachtet. Wieso muss IKEA, ein Konzern der weltweit erfolgreich ist, hier Lieferabkommen mit Haendlern abschliessen? Wieso darf IKEA keine Qualitaet, zu gutem Preis, nach bewaehrtem Konzept anbieten? Die Antwort ist einfach: Weil in diesem Land der Kunde noch lange nicht Koenig ist!

Service und Garantie? Qualitaet? Aber doch bitte nicht fuer den Kunden. Schon gar nicht sollte man dem Kunden zeigen, dass er eine Auswahl hat, dass auch alles auf Lager ist! Wenn der Kunde Moebel will, dann soll er doch das kaufen was in der Ausstellungshalle steht! Wozu in Lagerhaltung investieren! Wozu Auswahl?! Wie bitte? Ihr Esszimmerstuhl aus Caoba ist kipplig, und jeder Stuhl sieht irgendwie doch nicht so gleich aus?!?

Werter Kunde, das ist echte Handarbeit! Man darf gespannt sein, was der naechste Stolperstein sein wird fuer IKEA! Selbst vor einem Giganten scheut man sich nicht, dominikanisches Geschaeftsgebahren durchzudruecken! Werden nun die Einfluesse der Vereinigung reichen, den Zoll, der ja fuer Korruption empfaenglich sein soll, in ihre Hanede zu kriegen? Nach dem Motto: Warennachschub wird kuenstlich festgehalten, Lieferschwierigkeiten bei IKEA???

Ich bin am Ende, denn ich versprach ja, es soll kein Buch werden. Einem jeden, der hier im Land ein Unternehmen plant, ein Geschaeft machen moechte, dem zolle ich meine ganze Hochachtung. Und wir alle Residenten sollten uns einigen und unsere "Macher" unterstuetzen! Kauft bei ihnen, geht in ihre Restaurants, nutzt ihren Service! Gaebe es diese Macher nicht, wir wuerden zureuckfallen in die Steinzeit.


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