Gerade in den kalten Monaten, wenn frisches regionales Gemüse Mangelware ist, wächst das Bedürfnis nach Vitaminen und lebendigem Grün. Die gute Nachricht für alle Hobbygärtner und Gesundheitsbewussten: Die Saison beginnt jetzt – sei es im Kleinen auf der eigenen Fensterbank oder bei den ersten großen Garten-Events des Jahres.
Superfood aus eigenem Anbau
Der Trend ist ungebrochen: Sprossen und die etwas größeren Microgreens gelten als wahres Kraftfutter für das Immunsystem. Sie sind reich an Eiweiß, Mineralien und Ballaststoffen und verfeinern Salate, Suppen oder das klassische Quarkbrot. Dabei ist die Unterscheidung simpel: Sprossen sind die ersten Keimlinge, die meist schon nach einer Woche erntereif sind. Microgreens hingegen, oft auch Grünkräuter genannt, dürfen 8 bis 20 Tage wachsen, bilden erstes Blattgrün (Chlorophyll) aus und benötigen im Gegensatz zu Sprossen meist Anzuchterde.
Wer selbst zur Tat schreiten möchte, braucht nicht viel. Klassiker wie Kresse gedeihen völlig unkompliziert auf feuchtem Küchenpapier. Anspruchsvoller, aber ertragreicher, ist die Zucht im Sprossenglas. Hierbei wird das Saatgut – beliebt sind Radieschen, Brokkoli oder Mungobohnen – zunächst eingeweicht. Wichtig ist die Hygiene: Die Gläser müssen zweimal täglich gespült werden, um Bakterienbildung zu vermeiden, und das Wasser muss gut abtropfen können. Nachtschattengewächse wie Tomaten sind für diese Methode übrigens tabu.
Für Microgreens empfiehlt sich eine flache Schale mit Erde. Hierbei muss man lediglich beachten, ob es sich um Licht- oder Dunkelkeimer handelt – ein Blick auf die Samentüte hilft. Das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz mahnt jedoch zur Vorsicht: Aufgrund möglicher Keimbelastung sollten Sprossen vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden; Risikogruppen wie Senioren oder Schwangeren wird sogar empfohlen, die Keimlinge zu erhitzen.
Exotische Blütenpracht im „Western Kentucky Botanical Garden“
Wem die heimische Zucht nicht genügt, der kann sich im „Western Kentucky Botanical Garden“ eine Portion Tropen-Feeling abholen. Der Botanische Garten trotzt dem Wintergrau und lädt am 7. Februar zum jährlichen Orchideen-Verkauf ein. Von 9 bis 12 Uhr verwandelt sich das Konservatorium an der West 2nd Street in ein Blütenmeer.
„Es ist ein kleiner Lichtblick im Tag, während man einkauft“, beschreibt Gartendirektorin Laurna Strehl die Atmosphäre. Besucher können durch das warme Gewächshaus schlendern, das kürzlich sogar Kulisse für eine Hochzeit war, während draußen der Schnee fiel. Für den Verkauf stehen 75 Orchideen in etwa acht verschiedenen Farbvarianten bereit. Die Pflanzen stammen von einem Züchter aus Franklin, Tennessee, und werden vor dem Verkauf penibel auf Qualität und Schädlingsfreiheit geprüft.
Schnelligkeit ist allerdings geboten. „Sie kosten 25 Dollar das Stück und wir sind immer ausverkauft, also warten Sie nicht zu lange“, rät Strehl. Aufgrund der kühlen Witterung bietet der Garten eine Besonderheit an: Gäste haben die seltene Gelegenheit, mit dem Auto direkt durch den Garten zu fahren, um ihre Pflanzen abzuholen. Als Zahlungsmittel werden Bargeld, Schecks und Venmo akzeptiert, wobei Bargeld bevorzugt wird, um Gebühren zu sparen.
Ausblick: Das Frühlingsfest im April
Wer den Blick schon weiter in die Zukunft richtet, kann sich den 25. April im Kalender markieren. Dann findet – bei jedem Wetter – von 9 bis 14 Uhr der große Pflanzenverkauf und Gärtnermarkt statt. Der Eintritt ist frei.
„Wir machen daraus ein richtiges Festival“, verspricht Strehl. Neben Foodtrucks und Kaffee werden über zwei Dutzend ausgewählte Händler erwartet. Das Angebot reicht von handgemachten Waren über naturnahe Produkte bis hin zu einer großen Auswahl an einheimischen und bestäuberfreundlichen Pflanzen.
Auch das praktische Handwerk kommt nicht zu kurz: Der lokale Anbieter „Gordon’s True Value“ wird mit Gartengeräten vor Ort sein, und „Snippy Jim“, ein bekannter Händler der Vorjahre, bietet wieder seinen Schleifservice für Messer und Werkzeuge an. Die sorgfältige Auswahl der Händler soll sicherstellen, dass der Tag sowohl für die Verkäufer als auch für die Besucher ein Erfolg wird und die Gartensaison gebührend einläutet.