Wer im heimischen Garten Prachtexemplare züchten möchte, kommt um die Schere nicht herum. Besonders bei öfter blühenden Rosenarten ist der Sommerschnitt essenziell, um die Pflanze zu einer erneuten Knospenbildung anzuregen. Während man einmal blühende Wild- oder Edelrosen getrost sich selbst überlassen kann – hier bilden die verblühten Reste oft dekorative Hagebutten –, ist bei den Dauerblühern aktives Handeln gefragt.
Der optimale Zeitpunkt für den Schnitt ist kurz nach dem Verblühen. Dabei setzt man die Schere unterhalb der welken Blüte an, idealerweise direkt über dem nächsten voll entwickelten Blatt mit fünf Teilblättern. Eine einfache Faustregel hilft bei der Orientierung: Schwache Triebe werden kräftig zurückgeschnitten, während man bei starken Trieben eher zurückhaltend agiert. Dieser gezielte Eingriff verhindert, dass die Rose vergreist und anfälliger für Krankheiten wird. Eine Ausnahme bildet lediglich die Rambler-Rose, die meist nur ein wenig ausgelichtet werden muss.
Gefahrenquelle Wildtriebe und Verletzungsrisiko
Ein besonderes Augenmerk sollten Gartenbesitzer auf Wildtriebe legen. Diese sprießen unterhalb der Veredelungsstelle aus dem Wurzelhals und rauben der Edelsorte die nötige Kraft. Man erkennt sie meist an kleineren, helleren Blättern. Um diese dauerhaft loszuwerden, reicht einfaches Abschneiden oft nicht aus. Experten raten dazu, die Erde am Wurzelhals vorsichtig freizulegen und den Wildtrieb ruckartig abzureißen, damit er nicht erneut austreibt.
Beim Hantieren im Rosenbeet ist jedoch Vorsicht geboten. Die Gefahr durch die Stacheln wird oft unterschätzt; kleine Kratzer können sich schnell zu schmerzhaften Entzündungen entwickeln. Robuste Handschuhe sind daher Pflicht. Auch beim Werkzeug sollte man keine Kompromisse machen. Eine stumpfe Schere quetscht das Gewebe und öffnet Tür und Tor für Schädlinge. Eine scharfe, gut geschliffene Rosenschere – vielleicht sogar eine spezielle Präsentierschere, die den abgeschnittenen Trieb direkt festhält – sorgt für saubere Schnittflächen.
Nährstoffe und Bodenpflege zum Saisonabschluss
Nach der ersten Blühphase benötigt die Rose neue Energie. Organischer Dünger oder Kompost leisten hier gute Dienste, sofern man sich an die Dosierung hält. Ein Übermaß an Stickstoff schadet der Pflanze eher, als dass es ihr nützt. Wichtig ist jedoch das Timing: Ab Juli sollte die Düngung eingestellt werden. Treibt die Rose zu spät im Jahr noch einmal kräftig aus, können diese neuen Triebe vor dem Winter nicht mehr verholzen und würden beim ersten Frost erfrieren.
Ergänzend zur Nährstoffzufuhr sollte der Boden regelmäßig aufgelockert werden, damit Gieß- und Regenwasser die Wurzeln optimal erreichen. Für alle, die bereits an die nächste Saison denken: Der Herbst ist die ideale Zeit, um neue wurzelnackte Rosen zu pflanzen.
Experten-Tipps für die Gartenplanung
Wer über die Rosenpflege hinaus Unterstützung bei der Gestaltung seines Gartens sucht, findet im kommenden Februar ein interessantes Angebot. Am 9. Februar findet in Texarkana ein kostenloser Workshop zur Gartenplanung statt. Dr. Brian Triplett vom AgriLife Extension Service leitet die Veranstaltung, die um 18:00 Uhr im University Building der Texas A&M University (Raum 326) beginnt.
Der Workshop richtet sich an alle, die Gemüse, Kräuter oder Blumen anbauen möchten – sei es im klassischen Beet, im Hochbeet oder in Kübeln. Ein Schwerpunkt wird dabei die Anzucht eigener Setzlinge im Haus sein. Dies bietet Hobbygärtnern den Vorteil, auf eine deutlich größere Sortenvielfalt zugreifen zu können, als es der lokale Handel üblicherweise erlaubt. Eine Anmeldung ist für den Termin nicht erforderlich; im Anschluss an den Vortrag haben die Teilnehmer die Möglichkeit, individuelle Fragen zu klären.