Trotz der Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung von Kraftstoffpreiserhöhungen erreichten einige Kraftstoffe, darunter Diesel, am Donnerstag vor den Osterfeiertagen historische Rekordpreise.
Der Durchschnittspreis für einen Liter Diesel an deutschen Tankstellen stieg am Donnerstag auf den Rekordwert von 2,32 Euro, stellenweise sogar auf 3 Euro, wie der ADAC mitteilte. Auch der Gesamtpreis erreichte mit 2,19 Euro einen neuen Höchststand.
Damit wurde der Rekord vom März 2022 übertroffen, als die Preise aufgrund des Ukraine-Krieges stiegen. Der ADAC kritisierte die Preiserhöhungen angesichts der in der ersten Wochenhälfte gefallenen Rohölpreise. „Die Befürchtung, dass die Ölkonzerne, denen nun nur noch eine Preiserhöhung pro Tag erlaubt ist, diese drastisch vornehmen würden, um sich abzusichern, hat sich als berechtigt erwiesen“, so der ADAC. Die jüngsten Preiserhöhungen haben den Druck auf die Bundesregierung erhöht, die für ihre zögerliche Reaktion auf die Ölkrise kritisiert wird.
Derzeit wird die Möglichkeit zusätzlicher Steuervorteile für Autofahrten sowie Steuersenkungen auf Energieprodukte, wie sie in einigen anderen EU-Ländern bereits praktiziert werden, diskutiert.
Vor wenigen Tagen kündigte Polen an, die Situation an Tankstellen im Grenzgebiet zu Deutschland zu beobachten und gegebenenfalls darauf zu reagieren. Dort kam es in den letzten Tagen aufgrund der vielen deutschen Autofahrer, die in Polen deutlich günstiger tanken, zu Engpässen.
Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) wandte sich am Donnerstag mit einem Schreiben an mehrere Ministerien und forderte dringende Maßnahmen gegen steigende Energiepreise und Inflation.